Musiktherapie

Für frühgeborene Kinder und Ihre Eltern

 

 

Plötzlich ohne Nabelschnur... 

 

Dank der hochmodernen Intensivmedizin können zwar immer unreifere Frühgeborene überleben, die Frühgeburt stellt jedoch eine traumatische Erfahrung für betroffenen Familien dar: Eigentlich waren sowohl die Kinder als auch die Eltern noch gar nicht bereit für ein Leben ohne Nabelschnur. 

 

Oft folgt ein monatelanger stationärer Aufenthalt und intensivste medizinische Pflege. Während das Kind Einsamkeit und Isolation im Inkubator erlebt, leben die Eltern mit der großen Sorge und Angst um das Überleben des Kindes.

 

 

Veränderte Klangwelt

Eine Frühgeburt bedeutet also eine dramatische Lebensumstellung, die natürlich auch die Klangwelt des Kindes betrifft:

 

Im Mutterleib erlebte das Kind Geborgenheit spendenden Klänge, Vibrationen und Schwingungen durch die Stimme der Mutter, ihren Herzschlag, ihre Atmung, Bauch- und Umgebungsgeräusche. Diese sind auf der Intensivstation abgelöst durch das Rauschen der Atemhilfe und unvorhersehbare Alarmsignale. 

Frühgeborene Kinder befinden sich über einen langen Zeitraum zwischen akustischer Überreizung und Reizarmut. 

Für die Eltern ist der Kontakt- und Bindungsaufbau nach der frühen, meist abrupten Trennung vom Kind häufig erschwert, da ein wichtiger Teil gemeinsamen Erlebens und Wachsens nicht erfahren werden konnte. Zudem werden vor allem die Mütter oftmals von Schuld- und Versagensgefühlen geplagt. 

 

 

Ansatz der Musiktherapie in der Neonatologie

Das Ziel der schöpferischen Musiktherapie für frühgeborene Kinder und ihre Eltern (entwickelt durch Dr. F. Haslbeck in Bielefeld) ist, dem Kind positive und beruhigende Hörerfahrungen zu vermitteln und den in dieser Anfangszeit so wichtigen menschlichen Kontakt über die Musik anzubieten.

Leises Summen und Singen der Musiktherapeutin schafft für die Frühgeborenen und ihre Eltern Momente der Entspannung. Diese sind sogar in beeindruckender Weise über das Monitoring der kleinen Patienten messbar: Atmung und Herzfrequenz stabilisieren sich, die Kinder werden insgesamt entspannter und schlafen besser. Studien zeigen: Musiktherapie hilft Stressreaktionen zu mindern, die Sauerstoffsättigung des Blutes zu verbessern, die Gewichtszunahme zu fördern und letztlich die Krankenhausverweildauer zu verringern. 

Zudem werden die Eltern zur frühen Kontaktaufnahme und zur Kommunikation mit ihrem Kind ermutigt und dabei begleitet. Denn gerade die Stimmen der Eltern knüpfen an vorgeburtliche Erfahrungen an und können eine Brücke zwischen der Zeit der Schwangerschaft und der Zeit auf der Intensivstation sein. Das Singen schafft ein positives, gemeinsames Erlebnis, das die familiäre Bindung stärkt.

 

 

Musiktherapie im Kinderzentrum Bethel

Das Kinderzentrum Bethel war eine der ersten Kliniken Deutschlands, die die Musiktherapie in der Neonatologie integrierte. Drei- bis Viermal pro Woche ist Andrea Oelmann als Musiktherapeutin für Frühgeborene und ihre Eltern auf der neonatologischen Intensivstation (K2) und der Früh- und Neugeborenenstation (K3) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des evangelischen Klinikums Bethel unterwegs. 

 

Musiktherapeutin Andrea Oelmann bei Ihrer Arbeit auf der neonatologischen Intensivstation

 

Da das Angebot in Deutschland nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen gehört, ist eine Finanzierung über Drittmittel erforderlich. Den Frühlingen ist es in den letzten Jahren gelungen, einen Teil der Finanzierung zu leisten. Aktuell sind wir wieder intensiv auf der Suche nach neuen Spendern, die Interesse haben die – für die Familien so wertvolle – Musiktherapie weiterhin zu ermöglichen!

 

 

 

 

Jetzt Moneten für Musik spenden

und heilende Klänge für ganz kleine Ohren

ermöglichen!

 

 

 


 

Weitere Infos gibt's hier:

 ► Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft